Über das Werk
Posse mit Gesang in fünf Akten von Johann Nestroy, uraufgeführt am 10. März 1838 im Theater an der Wien als Benefizvorstellung für Nestroys Lebensgefährtin Marie Weiler. Der volle Titel lautet „Glück, Mißbrauch und Rückkehr oder Das Geheimniß des grauen Hauses“; als Vorlage diente der französische Roman „La maison blanche“ von Paul de Kock, dessen Stoff für das Wiener Publikum versöhnlicher gestaltet wurde.
Handlung
Der arme Schreiber Blasius Rohr wird von wohlhabenden Schulkollegen zu einem Ball eingeladen, um ihn bloßzustellen. Als ihm eine Erbschaft zufällt, kauft er sich ein Schloss, verlässt seine Geliebte Babett als zu niedrig gestellt und verfällt der mittellosen Aurora, die sein Vermögen verschleudert. Ein Schlossbrand ruiniert ihn schließlich vollständig; geläutert kehrt er zu seinem früheren Leben als Musiker und zu Babett zurück.
Kulturelle Bedeutung
Die „Wiener Theaterzeitung“ lobte das Stück als „Stück im Volks-Genre von entschiedenem Werthe“, und es zählte zu Nestroys meistgespielten Werken. Anders als bei vielen seiner Possen steht hier keine Verwechslungskomödie, sondern eine moralische Erzählung vom Scheitern des sozialen Aufstiegs im Zentrum.