Giulio Cesare in Egitto
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Giulio Cesare in Egitto

Georg Friedrich Händel
Oper · 1724

Über das Werk

Händels Giulio Cesare in Egitto (HWV 17) wurde am 20. Februar 1724 am Londoner King's Theatre uraufgeführt und gilt als die dramaturgisch ausgereifteste seiner über vierzig Opere serie. Das Libretto von Nicola Francesco Haym verbindet Caesars ägyptischen Feldzug mit einer dichten Intrigenhandlung um Macht, Rache und Liebe — getragen von einigen der virtuosesten Arien des gesamten Barockrepertoires.

Handlung

Nach dem Sieg über Pompeius landet Julius Caesar mit seinen Legionen in Alexandria. Pompeius' Witwe Cornelia und ihr Sohn Sesto bitten um Frieden, doch der junge Pharao Tolomeo lässt Pompeius hinrichten und präsentiert Caesar dessen abgeschlagenes Haupt. Caesar ist erschüttert und schwört Vergeltung; Cornelia und Sesto schwören Rache an Tolomeo. Tolomeos Schwester Cleopatra, die selbst nach der Alleinherrschaft greift, beschließt Caesar zu verführen, um ihren Bruder zu stürzen. Verkleidet als Dienerin „Lidia" verzaubert sie ihn — aus politischem Kalkül erwächst echte Liebe. Tolomeo erkennt die Bedrohung, lässt Cornelia in seinen Harem entführen und plant Caesars Ermordung. Bei einem Überfall stürzt sich Caesar ins Meer, gilt als ertrunken; Cleopatra wird gefangen genommen. Doch Caesar überlebt, sammelt seine Truppen und stürmt den Palast. In der Schlussschlacht ersticht Sesto den Pharao und befreit seine Mutter, Caesar erreicht die kerkerhafte Cleopatra in letzter Minute. Im Triumph krönt er sie zur alleinigen Königin Ägyptens und besiegelt ein neues Bündnis zwischen Rom und dem Nilreich.

Kulturelle Bedeutung

Nach langem Vergessen kehrte Giulio Cesare ab den 1920er Jahren mit der Händel-Renaissance auf die Bühnen zurück und ist heute die meistgespielte Oper des Komponisten. Cleopatras „Piangerò la sorte mia" und „Se pietà di me non senti" sowie Caesars Jagdarie „Va tacito e nascosto" zählen zum Kernrepertoire der Barockstimmen. Wegweisende Inszenierungen — von Peter Sellars' Vietnam-Lesart 1985 bis David McVicars opulenter Glyndebourne-Produktion 2005 — haben gezeigt, wie zeitlos die Themen Macht, Verführung und Krieg in dieser Partitur klingen.

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