Gier
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Gier

Sarah Kane
Theater · 1998

Über das Werk

Gier ist die deutsche Fassung von Sarah Kanes 1998 uraufgeführtem Theatertext Crave. Das Stück markiert innerhalb ihres kurzen Œuvres eine deutliche formale Verschiebung: Statt eindeutig benannter Figuren sprechen vier Stimmen, die lediglich mit Buchstaben bezeichnet werden. Das Deutsche Theater Berlin zeigt Christopher Rüpings Inszenierung als Übernahme vom Schauspielhaus Zürich.

Handlung

Eine lineare Handlung im klassischen Sinn gibt es nicht. Vier Stimmen kreisen in fragmentarischen, sich überschneidenden Äußerungen um Liebe, Begehren, Einsamkeit, Gewalt, Erinnerung und den Wunsch nach Nähe. Beziehungen und Biografien bleiben bewusst instabil. Aus Liebeserklärungen, Verletzungen, Erinnerungsfragmenten und sprachlichen Wiederholungen entsteht ein polyphones inneres Drama, in dem sich nicht eindeutig feststellen lässt, welche Erlebnisse welcher Stimme gehören.

Kulturelle Bedeutung

Crave gilt als Schlüsselwerk in Kanes Entwicklung weg von den expliziten Bühnensituationen ihrer frühen Stücke hin zu einer radikal verdichteten, lyrischen Dramaturgie. Das Werk gehört zum kanonischen Bestand der britischen Dramatik der 1990er Jahre und wird häufig mit dem In-yer-face theatre verbunden, erweitert dessen Ästhetik aber um eine stark poetische, nicht-naturalistische Form.

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Kommende Aufführungen
Deutsches Theater Berlin · Berlin
3. November 2026
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