Über das Werk
Giacomo Puccinis einaktige komische Oper bildet den dritten Teil von Il Trittico, uraufgeführt mit Il Tabarro und Suor Angelica am 14. Dezember 1918 an der Metropolitan Opera New York. Basierend auf einer kurzen Passage in Dantes Inferno, ist das Werk Puccinis einzige reife Komödie und hat seine Begleitwerke Il Tabarro und Suor Angelica an Beliebtheit weit überholt — oft allein aufgeführt oder mit anderen Kurzopern kombiniert.
Handlung
Im Florenz des 13. Jahrhunderts hat der wohlhabende Buoso Donati gestorben und sein Vermögen einem Kloster vermacht. Die empörte Familie, darunter die habgierige Zita und ihre Nichte Lauretta, ruft den listigen Bürgerlichen Gianni Schicchi, um beim Umschreiben des Testaments zu helfen. Gianni willigt unter einer Bedingung ein: Seine Tochter Lauretta darf Rinuccio heiraten, den jungen Mann, den sie liebt. Gianni imitiert den sterbenden Buoso vor einem Notar, diktiert ein neues Testament — und hinterlässt zum Entsetzen der Familie die wertvollsten Besitztümer sich selbst. Die Donati können nicht protestieren, ohne ihren eigenen Betrug zu enthüllen. Die jungen Liebenden singen das berühmte Duett O mio babbino caro, und Gianni wendet sich direkt an das Publikum: Gab es jemals eine bessere Verwendung für das Geld, so spreche man jetzt.
Kulturelle Bedeutung
Gianni Schicchi ist Puccinis einziges perfektes komisches Miniatur und enthält die Sopran-Arie O mio babbino caro — eines der berühmtesten und zugänglichsten Stücke der gesamten Oper, in unzähligen Filmen und Werbungen verwendet. Die Titelrolle ist eine prägende Bariton-Partie, gesungen von Tito Gobbi, Geraint Evans und in jüngerer Zeit Plácido Domingo in seiner Bariton-Karriere. Aufführungen des kompletten Trittico sind in den letzten Jahrzehnten immer häufiger geworden und enthüllen Puccinis ursprüngliche Vision des dreiteiligen Kontrasts.
