Furcht und Elend des Dritten Reiches
—
0 Bewertungen

Furcht und Elend des Dritten Reiches

Bertolt Brecht
Theater · 1938
DramaEpisches Theater

Über das Werk

Bertolt Brechts Szenenfolge entstand zwischen 1935 und 1938 im dänischen Exil und besteht ursprünglich aus 24 Einzelszenen über das Leben im nationalsozialistischen Deutschland. Eine Teilauswahl wurde 1938 in Paris uraufgeführt, die vollständige Fassung erst 1945 in New York. Das Werk ist Brechts direkteste Auseinandersetzung mit dem Alltag unter der Diktatur — geschrieben als Warnung und als Dokument zugleich.

Handlung

Keine durchgehende Handlung, sondern Momentaufnahmen aus Nazi-Deutschland 1933-1938. Ein jüdisches Ehepaar, das sich trennen muss. Ein SA-Mann, der nachts den eigenen Bruder erschießt. Eine Bauernfamilie beim Sonntagsbraten, die Angst vor dem Dienstmädchen hat. Wissenschaftler, die sich gegenseitig denunzieren. Arbeiter, die heimlich für Widerstand stimmen. Eine Mutter, die sich entscheidet, ob sie ihren Sohn zur Hitlerjugend schickt. Brecht zeigt, wie das Regime bis in den innersten Kern der Familien und Freundschaften dringt — und wie wenige den Mut finden, Nein zu sagen.

Kulturelle Bedeutung

Furcht und Elend ist eines der wichtigsten antifaschistischen Dramen überhaupt und das einzige, das die Zersetzung der Zivilgesellschaft unter der Diktatur in solcher Alltagsnähe schildert. In der DDR gehörte es zum pädagogischen Kanon, in der Bundesrepublik blieb es lange marginalisiert. Wiederentdeckungen in den 1990er Jahren zeigten die erschreckende Aktualität — besonders in Szenen wie „Die jüdische Frau" oder „Der Spitzel", die noch heute zum Repertoire deutscher Schauspielschulen gehören.

Community-Bewertung
—
0 Bewertungen
Kommende Aufführungen
Staatstheater Karlsruhe · Karlsruhe
12. Mai 2027 · 5×
Home
Entdecken
Freunde
Profil