Über das Werk
Fürst Igor (russisch „Knjas Igor") ist eine Oper in einem Prolog und vier Akten von Alexander Borodin, unvollendet bei seinem Tod 1887 und 1890 in der von Rimski-Korsakow und Glasunow vervollständigten Fassung uraufgeführt. Das russische Nationalepos basiert auf dem mittelalterlichen „Igorlied".
Handlung
Fürst Igor von Sewersk zieht trotz eines bösen Vorzeichens – einer Sonnenfinsternis – gegen die nomadischen Polowzer in den Krieg. Er wird besiegt und gemeinsam mit seinem Sohn gefangen genommen. Der edelmütige Polowzer-Khan Kontschak behandelt ihn ehrenvoll und bietet ihm sogar die Freiheit gegen ein Bündnis an. Während Igors Sohn sich in die Tochter des Khans verliebt, sehnt sich Igor nur nach Heimat und Pflicht. Schließlich gelingt ihm die Flucht; er kehrt zu seiner treuen Frau Jaroslawna und seinem von Zwietracht geplagten Volk zurück, um sein Land wieder aufzubauen.
Kulturelle Bedeutung
Fürst Igor ist ein Eckpfeiler der russischen Nationaloper, berühmt vor allem für die mitreißenden „Polowzer Tänze", die als eigenständiges Konzertstück Weltruhm erlangten. Borodins Musik verbindet epische Größe, lyrische Innigkeit und exotisch-orientalisches Kolorit. Das Werk feiert russische Vaterlandsliebe und Standhaftigkeit und gehört, trotz seiner komplizierten Entstehungsgeschichte, zu den bedeutendsten Werken der „Mächtigen Häuflein"-Komponisten.
