Über das Werk
Fremde Seelen / Âmes étrangères ist eine dokumentarisch angelegte Theaterarbeit der Schweizer Autorin, Dramaturgin und Regisseurin Eva-Maria Bertschy. Sie verantwortet Konzept, Text und Inszenierung. Produziert wurde die Arbeit vom Theater Neumarkt Zürich und dem Vorarlberger Landestheater in Koproduktion mit Belluard Bollwerk International und euro-scene Leipzig. Das Werk wurde als Uraufführung herausgebracht; das genaue Uraufführungsjahr ist nicht eindeutig belegt.
Handlung
Ausgangspunkt ist der Tod eines vietnamesischstämmigen katholischen Priesters in einem kleinen Dorf in den Schweizer Voralpen rund zwanzig Jahre vor Entstehung der Produktion. Bertschy verbindet die Recherche zu seiner Biografie mit der eigenen Familiengeschichte, da ihre Mutter aus diesem Dorf stammt. Migration, Rassismus, Religion, kulturelle Zugehörigkeit und Fremdheit werden nicht als abgeschlossene historische Fakten behandelt, sondern als offene Ermittlung, die ihre Leerstellen und Unsicherheiten sichtbar lässt.
Kulturelle Bedeutung
Die Produktion verbindet dokumentarische Recherche mit autobiografischer und transnationaler Perspektive und wurde unter anderem zum Deutschen Theater nach Berlin eingeladen. Besonders relevant ist die bewusste Thematisierung der Grenzen dokumentarischer Rekonstruktion: Die Produktion kennzeichnet Spekulation als solche und nutzt die fehlenden Teile einer Biografie, um größere Fragen nach Migration, Erinnerung, Rassismus und der Konstruktion kultureller Zugehörigkeit zu stellen.
