Fräulein Else
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Fräulein Else

Arthur Schnitzler
Theater · 1924
KlassikerDrama

Über das Werk

„Fräulein Else“ ist eine Novelle von Arthur Schnitzler, die 1924 zuerst in der Zeitschrift „Die neue Rundschau“ und im selben Jahr als Buch im Paul Zsolnay Verlag erschien. Sie ist fast durchgehend als innerer Monolog der Titelfigur geschrieben. Auf die Bühne kam der Stoff unter anderem 1936 in einer Fassung von Ernst Lothar am Theater in der Josefstadt; die Novelle selbst ist kein Theaterstück, wird aber bis heute in eigenen Bühnenfassungen gespielt.

Handlung

Die junge Else T., Tochter eines Wiener Rechtsanwalts, verbringt auf Kosten ihrer Tante einige Ferientage im Kurort San Martino di Castrozza in den Dolomiten. Ein Brief der Mutter teilt ihr mit, dass der Vater Mündelgeld veruntreut hat und verhaftet zu werden droht, wenn nicht rasch 30.000 Gulden aufgetrieben werden. Else soll den reichen Kunsthändler Dorsday um das Geld bitten; er ist bereit zu zahlen, verlangt aber, sie dafür unbekleidet sehen zu dürfen. Zwischen Pflichtgefühl und Selbstachtung hin und her gerissen, sucht Else einen verzweifelten Ausweg.

Kulturelle Bedeutung

Die Novelle gilt als ein Hauptwerk der Wiener Moderne und als Meisterstück der Technik des inneren Monologs, die Schnitzler schon in „Lieutenant Gustl“ (1900) erprobt hatte. Sie verbindet psychologische Genauigkeit mit scharfer Kritik an einer Gesellschaft, die eine junge Frau zum Tauschobjekt macht. Zeitgenossen wie Hugo von Hofmannsthal und Stefan Zweig lobten sie; es folgten zahlreiche Bühnenfassungen und Verfilmungen, etwa 1929 mit Elisabeth Bergner.

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