Über das Werk
Follies ist ein Musical mit Musik und Gesangstexten von Stephen Sondheim und einem Buch von James Goldman, uraufgeführt am Broadway 1971 in der legendären Inszenierung von Harold Prince und Michael Bennett. In einem bald abzureißenden Theater treffen sich ehemalige Revue-Girls zu einem letzten Wiedersehen. Zwischen glanzvollen Pastiche-Nummern im Stil alter Broadway-Shows und schonungslosen Charakterliedern entfaltet das Werk eine vielschichtige Meditation über Vergänglichkeit, Reue und enttäuschte Träume.
Handlung
Anlässlich des Abrisses eines altehrwürdigen Theaters versammelt der Produzent Dimitri Weismann noch einmal die Stars seiner einstigen „Follies"-Revuen. Im Mittelpunkt stehen zwei unglücklich verheiratete Paare: Sally und Buddy sowie Phyllis und Ben, deren Wege sich in jungen Jahren in diesem Theater kreuzten. Während die Erinnerung die jüngeren Versionen ihrer selbst als Geister auf die Bühne ruft, brechen alte Lieben, Verletzungen und uneingelöste Sehnsüchte auf. Der Abend gipfelt in einer surrealen „Loveland"-Sequenz, in der jede Figur ihren inneren Zusammenbruch in einer eigenen großen Nummer auslebt – ehe im ernüchternden Morgenlicht die Realität zurückkehrt.
Kulturelle Bedeutung
Follies gilt als eines der ambitioniertesten und meistdiskutierten Werke des amerikanischen Musiktheaters und als Schlüsselwerk des „Konzept-Musicals". Songs wie „I'm Still Here", „Losing My Mind", „Broadway Baby" und „Could I Leave You?" zählen zum Kernrepertoire des Genres. Sondheims Verschränkung von nostalgischem Showglanz und psychologischer Tiefe machte das Stück zur Kultlegende, die trotz – oder gerade wegen – ihrer Größe und Melancholie immer wieder neu inszeniert und von Sammlern und Kritikern verehrt wird.