Fabian oder Der Gang vor die Hunde
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Fabian oder Der Gang vor die Hunde

Erich Kästner
Theater · 1931

Über das Werk

Fabian oder Der Gang vor die Hunde ist eine Bühnenfassung des 1931 erschienenen Romans von Erich Kästner, der in seiner ungekürzten Urfassung erst 2013 unter dem Originaltitel veröffentlicht wurde. Das Werk ist ein scharfsichtiges Sittenbild der untergehenden Weimarer Republik — Berlin am Vorabend der Katastrophe, gezeichnet als Moloch aus Vergnügungssucht, Arbeitslosigkeit und moralischem Verfall.

Handlung

Der promovierte Germanist Jakob Fabian schlägt sich als Werbetexter durch das Berlin der frühen 1930er Jahre — ein melancholischer Beobachter, der die Exzesse und die Verzweiflung der Großstadt mit ironischer Distanz betrachtet. Er verliert seine Stelle, verliebt sich in die Schauspielerin Cornelia, die ihn jedoch um ihrer Karriere willen verlässt. Sein bester Freund Labude, ein idealistischer Akademiker, zerbricht an einer Intrige und nimmt sich das Leben. Fabian, zunehmend haltlos in einer Welt ohne moralischen Kompass, kehrt resigniert in seine Heimatstadt Dresden zurück. Dort kommt er ums Leben, als er ins Wasser springt, um ein Kind zu retten — er selbst kann nicht schwimmen, das Kind rettet sich allein.

Kulturelle Bedeutung

Fabian gehört zu den bedeutendsten Großstadtromanen der Weimarer Zeit und ist Kästners ehrgeizigstes Werk für Erwachsene. Die Nationalsozialisten verbrannten das Buch 1933 öffentlich. Lange nur in entschärften Fassungen erhältlich, erschien 2013 die ungekürzte Urfassung „Der Gang vor die Hunde". Dominik Grafs Verfilmung von 2021 brachte den Stoff einem neuen Publikum nahe. Bühnenfassungen nutzen die fragmentarische, filmische Struktur des Romans für eindringliche Inszenierungen über eine Gesellschaft im freien Fall.

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