Über das Werk
Eugen Onegin (russisch „Jewgeni Onegin") ist eine Oper in drei Akten von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, uraufgeführt 1879 in Moskau. Sie basiert auf Alexander Puschkins Versroman und gilt als die beliebteste russische Oper – ein psychologisch feinsinniges Drama über verpasste Liebe und Reue.
Handlung
Die schwärmerische, junge Tatjana verliebt sich leidenschaftlich in den blasierten, weltgewandten Adligen Eugen Onegin und gesteht ihm in einem berühmten Brief ihre Liebe. Onegin weist sie kühl und herablassend zurück. Aus Langeweile und Zynismus flirtet er später mit Tatjanas Schwester Olga, was ein Duell mit seinem Freund, dem Dichter Lenski, provoziert – Onegin tötet ihn. Jahre später begegnet Onegin der inzwischen verheirateten, gereiften Tatjana wieder und verliebt sich nun seinerseits leidenschaftlich. Doch nun ist es Tatjana, die ihn – obwohl sie ihn noch liebt – aus Treue und Würde zurückweist.
Kulturelle Bedeutung
Eugen Onegin ist Tschaikowskis intimstes und meistgespieltes Bühnenwerk, das er bewusst als „lyrische Szenen" statt als große Oper konzipierte. Die berühmte Briefszene der Tatjana gehört zu den ergreifendsten Sopran-Momenten des Repertoires. Mit psychologischer Tiefe und melodischer Innigkeit fängt das Werk die Wehmut verpasster Gelegenheiten und gesellschaftlicher Zwänge ein und zählt zum Kernrepertoire der Opernhäuser weltweit.
