Über das Werk
Johann Wolfgang von Goethes Singspiel in einem Akt entstand 1775 unter dem Eindruck seiner Leidenschaft für Lili Schönemann in Frankfurt. Die schlichte Handlung basiert auf einer Episode aus Oliver Goldsmiths The Vicar of Wakefield. Das Werk wurde mehrfach vertont — zunächst von Johann André (1775), dann durchgreifend erneuert von Anna Amalia, der Herzogin von Sachsen-Weimar, 1776, sowie später von Carl David Stegmann und Othmar Schoeck (1916).
Handlung
Die junge Elmire fühlt sich von ihrem Geliebten Erwin ungeliebt und vernachlässigt; aus Verzweiflung flieht sie in einen Einsiedlerhain. Erwin seinerseits hat sich als Eremit verkleidet zurückgezogen, weil er an Elmires Liebe zweifelt. In der pastoralen Einsamkeit begegnen sich die Verkleideten, erkennen einander nicht sofort und gestehen gegenseitig ihre wahren Gefühle, bevor die Identitäten enthüllt werden und das Paar versöhnt in die Welt zurückkehrt.
Kulturelle Bedeutung
Erwin und Elmire gehört zur frühen deutschen Singspiel-Tradition und ist das Werk, mit dem Anna Amalia als Komponistin in die Musikgeschichte eintrat — ihre Vertonung wurde in den letzten Jahren zunehmend wiederentdeckt und aufgeführt, unter anderem bei Festivals in Weimar. Die enthaltene Romanze Das Veilchen wurde von Mozart 1785 als eigenständiges Lied vertont und ist eine der berühmtesten Mozart-Lied-Kompositionen.
