Erdgeist
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Erdgeist

Frank Wedekind
Theater · 1895

Über das Werk

Frank Wedekinds Tragödie „Erdgeist" wurde 1898 in Leipzig uraufgeführt und ist der erste Teil der beiden „Lulu"-Dramen, die mit „Die Büchse der Pandora" fortgesetzt werden. Im Mittelpunkt steht Lulu, eine rätselhafte Frauenfigur und Naturgewalt, an der die bürgerliche Männerwelt zerbricht. Das Stück gilt als Wegbereiter des expressionistischen Theaters.

Handlung

Lulu, eine junge Frau von verführerischer, unschuldig-amoralischer Sinnlichkeit, durchläuft eine Reihe von Männern, die sie begehren und an ihr zugrunde gehen. Sie ist mit dem alten Medizinalrat Dr. Goll verheiratet, der beim Anblick ihrer Untreue tot zusammenbricht. Danach heiratet sie den Maler Schwarz, der sich die Kehle durchschneidet, als er Lulus Vergangenheit und Wesen erkennt. Hinter allem steht der mächtige Zeitungsherausgeber Dr. Schön, Lulus Entdecker und heimlicher Herr, der sie immer wieder „großzügig" weiterreicht. Lulu zwingt Schön schließlich, seine standesgemäße Verlobung zu lösen und sie zu heiraten. Als er sie in einer Eifersuchtsszene zwingen will, sich zu erschießen, wendet sie die Waffe gegen ihn und tötet ihn. Das Drama endet mit Lulus Verhaftung.

Kulturelle Bedeutung

„Erdgeist" und sein Folgewerk schufen mit der Figur der Lulu einen der wirkmächtigsten Mythen der Moderne über weibliche Sexualität, Begehren und männliche Projektion. Der Stoff wurde zur Grundlage von Alban Bergs Oper „Lulu" (1937) und von Georg Wilhelm Pabsts Film „Die Büchse der Pandora" (1929) mit Louise Brooks. Wedekinds antibürgerliche Provokation und seine grelle, montierte Sprache machten ihn zum Vorläufer von Expressionismus und epischem Theater.

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