Über das Werk
Tennessee Williams' Drama „Endstation Sehnsucht" (A Streetcar Named Desire) wurde 1947 am Broadway uraufgeführt und 1948 mit dem Pulitzer-Preis für Dramatik ausgezeichnet. Es schildert den Zusammenprall der fragilen Südstaaten-Aristokratin Blanche DuBois mit der brutalen Realität im New Orleans der Nachkriegszeit und zählt zu den wichtigsten amerikanischen Dramen des 20. Jahrhunderts. Der Titel verweist auf die reale Straßenbahnlinie „Desire" im French Quarter.
Handlung
Blanche DuBois, eine verblassende Südstaaten-Schönheit mit tragischer Vergangenheit, flüchtet sich in die bescheidene Wohnung ihrer Schwester Stella im French Quarter von New Orleans. Stella lebt dort mit ihrem brutalen, der Arbeiterklasse entstammenden Mann Stanley Kowalski. Blanche hat den Familienbesitz Belle Reve verloren, wurde wegen einer Affäre mit einem Schüler aus dem Schuldienst entlassen und lebt in alkoholischen Größenfantasien. Stanley durchschaut ihre Allüren und gräbt ihre Vergangenheit aus. Blanche hofft auf eine Ehe mit Stanleys Freund Mitch, doch Stanley enthüllt ihre Geschichte, und Mitch zieht sich zurück. Während Stella im Krankenhaus ihr Kind zur Welt bringt, vergewaltigt Stanley Blanche. Sie bricht endgültig zusammen und wird in eine Anstalt eingewiesen – mit dem berühmten Satz: „Ich habe mich immer auf die Freundlichkeit Fremder verlassen."
Kulturelle Bedeutung
Endstation Sehnsucht ist das Urbild des amerikanischen psychologischen Theaters. Marlon Brandos Broadway-Stanley von 1947 und Vivien Leighs Blanche im Film von 1951 – beide unter der Regie von Elia Kazan – prägten die Rollen für Generationen und etablierten mit Brando ein neues, von der Method-Schule geprägtes Schauspielideal. Blanche DuBois gehört zu den großen Frauenrollen des amerikanischen Theaters, verkörpert von Jessica Tandy, Tallulah Bankhead, Cate Blanchett und Gillian Anderson. Das Stück wurde wegen seiner offenen Behandlung von Sexualität und Vergewaltigung zeitweise verboten.
