Über das Werk
Eines langen Tages Reise in die Nacht (englisch „Long Day's Journey into Night") ist ein autobiografisches Theaterstück in vier Akten von Eugene O'Neill, geschrieben 1941 und postum 1956 uraufgeführt. Es gewann den Pulitzer-Preis und gilt als Gipfelwerk des amerikanischen Dramas.
Handlung
An einem einzigen Sommertag des Jahres 1912 entfaltet sich das Drama der Familie Tyrone in ihrem Sommerhaus. Der geizige Vater James, ein alternder Schauspieler, die morphiumabhängige Mutter Mary, der zynische, trinkende ältere Sohn Jamie und der kränkelnde, sensible jüngere Sohn Edmund (O'Neills Alter Ego) zerfleischen einander in einem zermürbenden Kreislauf aus Vorwürfen, Liebe, Schuld und Verdrängung. Während Marys Rückfall in die Sucht offenbar wird und Edmunds Tuberkulose-Diagnose die Familie erschüttert, treten über den Tag und die Nacht hinweg alle verdrängten Wahrheiten zutage.
Kulturelle Bedeutung
Eines langen Tages Reise in die Nacht ist O'Neills schonungslose Abrechnung mit seiner eigenen Familie, die er erst nach seinem Tod veröffentlicht sehen wollte. Das Drama gilt als eines der größten Werke des amerikanischen Theaters und als Höhepunkt psychologischer Familienzergliederung. Mit erbarmungsloser Ehrlichkeit und tiefem Mitgefühl zeichnet es Menschen, die einander zugleich zerstören und lieben. O'Neill erhielt als bislang einziger amerikanischer Dramatiker den Nobelpreis für Literatur.
