Über das Werk
Ein Traumspiel (schwedisch „Ett drömspel") ist ein Theaterstück von August Strindberg, geschrieben 1901 und uraufgeführt 1907. Es ist eines der einflussreichsten Werke der theatralischen Moderne und ein Vorläufer von Expressionismus und Surrealismus, da es konsequent die Logik des Traums auf die Bühne überträgt.
Handlung
Die Göttertochter Agnes, Tochter des indischen Gottes Indra, steigt auf die Erde herab, um das Leiden der Menschen zu ergründen. In einer Folge fließend ineinander übergehender, traumhafter Szenen begegnet sie verschiedenen Menschen – einem Offizier, einem Anwalt, einem Dichter – und erfährt die Mühsal, Enttäuschung und Vergeblichkeit des menschlichen Daseins. Orte verwandeln sich, Figuren verschmelzen, Zeit und Raum lösen sich auf. Immer wiederkehrend ihr Refrain: „Es ist schade um die Menschen." Am Ende kehrt Agnes mit dieser Erkenntnis zu den Göttern zurück.
Kulturelle Bedeutung
Ein Traumspiel revolutionierte die dramatische Form, indem es die kausale Handlungslogik durch die assoziative Logik des Traums ersetzte – Strindberg selbst beschrieb im Vorwort dieses neue Prinzip. Das Werk wurde zum Wegbereiter des expressionistischen und absurden Theaters und beeinflusste Dramatiker und Regisseure von Artaud bis Bergman. Es gilt als eines der kühnsten und modernsten Stücke seiner Zeit.
