Über das Werk
Marius Petipas und Lew Iwanows „Don Quixote" wurde 1869 in Moskau uraufgeführt — Musik Ludwig Minkus. Das Ballett entlehnt nur einen kleinen Episode aus Cervantes' Roman: die Liebesgeschichte zwischen Kitri und Basilio in Barcelona, in die Don Quixote als Beobachter und Beschützer eingreift. Die Hochzeitsdivertissement im dritten Akt ist eine der virtuosesten Tanz-Szenen des klassischen Repertoires.
Handlung
Auf dem Marktplatz von Barcelona liebt die Wirtstochter Kitri den armen Barbier Basilio, doch ihr Vater Lorenzo will sie an den lächerlichen Edelmann Gamache verheiraten. Don Quixote, durch die Lande ziehend mit Sancho Panza, wähnt in Kitri seine Dulcinea und beschützt das Liebespaar. Kitri und Basilio fliehen in eine Schenke, dann zu einem Zigeunerlager. Don Quixote stürmt im Wahn gegen Windmühlen-Riesen an. In einem Traum-Bild erscheinen ihm Dulcinea und die Königin der Dryaden. Im finalen Akt — das berühmte „Hochzeits-Divertissement" — täuscht Basilio im Schenken-Hof seinen Tod vor; Don Quixote überredet Lorenzo, dem Sterbenden Kitris Hand zu geben. Sobald die Erlaubnis erteilt ist, springt Basilio gesund auf, das Hochzeitsfest beginnt mit dem ikonischen Pas de deux Kitri/Basilio mit Fan, 32 Fouettés und 8 hohen Sprüngen.
Kulturelle Bedeutung
Don Quixote ist der heitere Höhepunkt des klassischen Petipa-Repertoires und das technisch anspruchsvollste „Bravour-Ballett" für die Solistin. Der Pas de deux des dritten Akts gehört zum Standardrepertoire jeder Ballerina — er enthält die fast unmöglichen 32 Fouettés. Aufführungen beim Bolschoi mit Maja Plisetskaya, Natalja Bessmertnowa, beim Royal Ballet mit Carlos Acosta sind Referenzen. In Westeuropa weniger gespielt als Schwanensee, in Lateinamerika und Russland zentrales Repertoirestück.

