Über das Werk
Don Juan oder Der steinerne Gast (französisch „Dom Juan ou le Festin de pierre") ist eine Komödie in fünf Akten von Molière, uraufgeführt 1665 in Paris. Molière griff den legendären Stoff des gottlosen Verführers auf und schuf eine provokante, philosophisch aufgeladene Figur, die wegen ihrer Religionskritik nach wenigen Vorstellungen abgesetzt wurde.
Handlung
Don Juan ist ein zynischer, freigeistiger Adliger, der Frauen verführt und verlässt, Schulden anhäuft und sich über alle moralischen und religiösen Autoritäten hinwegsetzt. Begleitet von seinem feigen, aber moralisierenden Diener Sganarelle zieht er von einer Eroberung zur nächsten, verhöhnt seinen Gläubiger, seinen Vater und die von ihm sitzengelassene Elvira. Als er die Statue eines von ihm getöteten Komturs frech zum Essen einlädt, nimmt diese die Einladung an. Beim gespenstischen Mahl reicht Don Juan dem steinernen Gast die Hand – und wird unter Donner in die Hölle gerissen.
Kulturelle Bedeutung
Molières Don Juan ist eine der vielschichtigsten Bühnenfiguren der Theatergeschichte: zugleich verabscheuungswürdiger Wüstling und faszinierender Freigeist, dessen Aufbegehren gegen Heuchelei und blinden Glauben modern anmutet. Die Zensur der Zeit erkannte die Sprengkraft der Figur. Der Stoff inspirierte zahllose Bearbeitungen, von Mozarts „Don Giovanni" bis zu modernen Adaptionen, und Molières Fassung gilt als eine der intellektuell kühnsten.
