Über das Werk
„Die Wurzel aus Sein“ (Originaltitel „Racine carrée du verbe être“) ist ein abendfüllendes Schauspiel des libanesisch-kanadischen Autors und Regisseurs Wajdi Mouawad. Er brachte es 2022 am Théâtre national de la Colline in Paris, das er seit 2016 leitet, in eigener Regie heraus und stand dabei selbst auf der Bühne. Der Text erschien 2023 bei Actes Sud. Die deutsche Übersetzung stammt von Uli Menke; die deutschsprachige Erstaufführung in der Regie von Stefan Bachmann hatte am 10. April 2025 am Wiener Burgtheater Premiere.
Handlung
Ausgangspunkt ist die Flucht von Mouawads Familie aus dem Libanon während des Bürgerkriegs im Jahr 1978. Das Stück spielt durch, wie das Leben einer Figur namens Talyani Waqar Malik verlaufen wäre, wenn die Familie andere Wege genommen hätte, und zeigt ihn in fünf Varianten: als Neurochirurg in Rom, Taxifahrer in Paris, Maler in Quebec, Häftling im Todestrakt in Texas und Inhaber eines Jeansladens in Beirut. Alle fünf Leben werden in der Woche nach der Explosion im Hafen von Beirut am 4. August 2020 erzählt.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück verbindet Mouawads Lebensthemen Exil, Herkunft und Familie mit einem Gedankenspiel über verpasste Möglichkeiten. Die Wiener Erstaufführung mit Thiemo Strutzenberger in allen fünf Rollen des Talyani wurde von der Kritik als fesselnd, aber stellenweise überzeichnet beschrieben.
