Die Weber
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Die Weber

Gerhart Hauptmann
Theater · 1893

Über das Werk

Die Weber ist ein soziales Drama in fünf Akten von Gerhart Hauptmann, uraufgeführt 1893. Es gilt als Hauptwerk des deutschen Naturalismus und als eines der ersten Dramen, das nicht einen einzelnen Helden, sondern eine ganze soziale Gruppe – die Masse – zum Protagonisten macht. Hauptmann verarbeitete den realen Aufstand der schlesischen Weber von 1844.

Handlung

In den 1840er-Jahren leben die schlesischen Weber in bitterster Armut, während der Fabrikant Dreißiger die Löhne immer weiter drückt. Hunger, Krankheit und Verzweiflung prägen ihren Alltag. Angestachelt durch das Lied „Das Blutgericht" und durch heimkehrende, aufmüpfige Weber wie Jäger, wandelt sich die dumpfe Resignation allmählich in offene Empörung. Die Weber stürmen das Haus des Fabrikanten und zerstören seine Maschinen. Der Aufstand greift um sich, wird aber am Ende vom Militär niedergeschlagen – ausgerechnet der fromme, gewaltablehnende alte Hilse fällt durch eine verirrte Kugel.

Kulturelle Bedeutung

Die Weber war bei seiner Entstehung hochpolitisch und wurde zunächst verboten, da die Behörden es als Aufruf zum Klassenkampf fürchteten. Mit seiner Darstellung des kollektiven Elends, der Verwendung des schlesischen Dialekts und dem Verzicht auf einen klassischen Einzelhelden revolutionierte Hauptmann das Drama. Das Werk wurde zum Inbegriff des sozialkritischen Theaters und trug wesentlich dazu bei, dass Hauptmann später den Nobelpreis für Literatur erhielt.

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