Über das Werk
Friedrich Schillers Schauspiel „Die Räuber" entstand 1781 und wurde 1782 am Mannheimer Nationaltheater uraufgeführt — Schillers Erstling und einer der wirkungsmächtigsten Texte des Sturm und Drang. Das Werk machte den 22-jährigen Schiller über Nacht berühmt; die Mannheimer Uraufführung gilt als legendärer Theaterskandal.
Handlung
Im 18. Jahrhundert. Karl von Moor, edler Sohn des Grafen Maximilian von Moor, studiert in Leipzig. Sein älterer Bruder Franz, neidisch und körperlich missgestaltet, fängt Karls Briefe ab und intrigiert gegen ihn beim Vater — er erfindet Verbrechen, die Karl angeblich begangen habe. Der gealterte Vater verstößt Karl. Karl, gebrochen und betrogen, wird Räuberhauptmann im Böhmer Wald. Mit seiner Bande zieht er marodierend durch das Land, träumt von gesellschaftlicher Neuordnung. Inzwischen verfolgt Franz weiter sein Spiel: Er sperrt den Vater in einem Turm im Hungerturm ein, damit er offiziell für tot gelten kann; er begehrt Karls Verlobte Amalia. Karl kehrt verkleidet auf das Schloss zurück, lernt Amalia wieder, entdeckt seinen Vater im Hungerturm, schwört Rache. Die Räuber stürmen das Schloss — Franz erhängt sich, der Vater stirbt vor Schock. Karl schließt mit den Räubern: Er hat Amalia (auf ihre eigene Bitte) erstochen, weil er als Räuber-Eidträger sie nicht heiraten kann. Im Schluss-Monolog beschließt Karl, sich einem armen Tagelöhner als Sühne zur Verhaftung anzuzeigen — das Kopfgeld, das auf ihm steht, soll dessen Familie helfen.
Kulturelle Bedeutung
Die Räuber ist eines der einflussreichsten Texte des Sturm und Drang und beeinflusste das frühe romantische Drama, das Bandit-Romantik-Genre und die politische Symbolik der Französischen Revolution. Verdi vertonte den Stoff als „I masnadieri" (1847). Karl Moor ist ikonische Figur des moralisch komplexen Outsiders — ähnlich wie Robin Hood, aber tragisch endend. Auf deutschen Bühnen Standardrepertoire; Inszenierungen Frank Castorfs (Volksbühne 1990) und Nicolas Stemanns (Thalia 2008) sind Referenzen.
