Die Passagierin
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Die Passagierin

Mieczysław Weinberg
Oper · 1968

Über das Werk

Die Passagierin (russisch „Passaschirka") ist eine Oper in zwei Akten von Mieczysław Weinberg, komponiert 1968, aber aus politischen Gründen erst 2006 konzertant und 2010 szenisch uraufgeführt. Sie basiert auf den Erinnerungen der Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz und ist eine der bedeutendsten Opern über den Holocaust.

Handlung

An Bord eines Ozeandampfers in den 1960er-Jahren glaubt die ehemalige SS-Aufseherin Liese unter den Passagieren eine Frau wiederzuerkennen: Marta, eine Häftling aus Auschwitz, die sie für tot hielt. Von Panik und Schuld ergriffen, gesteht Liese ihrem ahnungslosen Ehemann erstmals ihre Vergangenheit. In Rückblenden entfaltet sich das Grauen des Lagers: die Machtspiele zwischen Aufseherin und Gefangener, Martas Liebe zu ihrem Mithäftling Tadeusz und der unbeugsame Widerstand der Würde gegen die Entmenschlichung. Ob die Passagierin wirklich Marta ist, bleibt offen – die Schuld aber bleibt.

Kulturelle Bedeutung

Die Passagierin ist Weinbergs erschütterndstes Werk und ein Schlüsselwerk des Gedenkens an die Schoah im Musiktheater. Schostakowitsch verehrte die Oper, doch die sowjetische Kulturpolitik verhinderte ihre Aufführung jahrzehntelang. Erst Jahrzehnte nach ihrer Entstehung erlebte sie ihre szenische Uraufführung und gilt seither als eine der wichtigsten Wiederentdeckungen des Repertoires – ein eindringliches Mahnmal gegen Verdrängung und für die Unmöglichkeit des Vergessens.

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