Über das Werk
Die Nashörner (französisch „Rhinocéros") ist ein Theaterstück in drei Akten von Eugène Ionesco, uraufgeführt 1959. Als eines der Hauptwerke des absurden Theaters ist es eine kraftvolle Allegorie auf den Aufstieg totalitärer Ideologien und die Anfälligkeit der Massen für Konformismus und Fanatismus.
Handlung
In einer Kleinstadt geschieht Unerhörtes: Nacheinander verwandeln sich die Bewohner in Nashörner. Was als seltsame Einzelerscheinung beginnt, wird zur Epidemie – immer mehr Menschen geben ihre Individualität auf und schließen sich brüllend der dickhäutigen Herde an, teils aus Überzeugung, teils aus Angst, anders zu sein. Allein der unscheinbare, trinkfreudige Bérenger leistet Widerstand und weigert sich bis zuletzt, sich der „Verhornung" hinzugeben. Am Ende steht er als einziger Mensch inmitten einer Welt von Nashörnern – einsam, aber unbeugsam.
Kulturelle Bedeutung
Die Nashörner ist Ionescos berühmteste und zugänglichste Parabel, inspiriert von seinen Erfahrungen mit dem Aufstieg des Faschismus und des Eisernen Gardismus in Rumänien. Die „Rhinozerisierung" wurde zum geflügelten Wort für die Ansteckungskraft totalitärer Massenbewegungen. Das Stück verbindet grotesken Humor mit ernster politischer Warnung und gehört zu den meistgespielten Dramen des 20. Jahrhunderts.
