Die Mitschuldigen
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Die Mitschuldigen

Johann Wolfgang von Goethe
Theater · 1769

Über das Werk

Johann Wolfgang von Goethes frühe Komödie in drei Aufzügen entstand 1768/69 während seiner Leipziger Studienzeit und ist eines der ältesten erhaltenen Werke des späteren Olympiers. Das Lustspiel in Alexandrinern wurde erst 1805 in Weimar uraufgeführt und verbindet französische Komödien-Tradition mit einem überraschend modernen Blick auf menschliche Schwäche.

Handlung

In einem heruntergekommenen Wirtshaus treffen in einer Nacht vier Figuren aufeinander — der Wirt Söller, dessen Tochter Sophie, deren frustrierter Ehemann und ein reisender Gast namens Alcest, Sophies alte Liebe. In der Nacht dringt Söller in Alcests Zimmer ein, um ihn zu bestehlen. Sophie kommt ebenfalls ins Zimmer, um mit Alcest zu sprechen. Ihr Ehemann belauscht die Szene aus Eifersucht. Am Morgen sind alle Beteiligten durch ihre nächtlichen Übertretungen moralisch kompromittiert — die Mitschuldigen des Titels. Keine kann den anderen anklagen; eine komische Versöhnung durch gegenseitiges Schweigen schließt das Stück.

Kulturelle Bedeutung

Die Mitschuldigen ist Goethes witzigste und am wenigsten pathetische Komödie und zeigt bereits die scharfe Beobachtungsgabe des späteren Romanciers. Das Stück wurde 1769 zunächst als unspielbar abgelehnt und erst durch Schillers Nachdruck aufgeführt. Thomas Langhoff am Berliner Ensemble und Andrea Breth haben das Werk im zeitgenössischen Repertoire etabliert; seine Komik des gegenseitigen Schweigens bleibt überraschend modern.

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