Über das Werk
Die Meistersinger von Nürnberg ist eine Oper in drei Akten von Richard Wagner, uraufgeführt 1868 in München. Sie ist Wagners einzige reife Komödie und sein umfangreichstes Bühnenwerk – eine festliche Feier deutscher Kunst und des Wettstreits zwischen Tradition und Erneuerung.
Handlung
Im Nürnberg des 16. Jahrhunderts verliebt sich der junge Ritter Walther von Stolzing in Eva, die nur der Sieger des Meistersinger-Wettbewerbs heiraten darf. Walthers freier, neuartiger Gesang verstößt jedoch gegen die starren Regeln der Zunft, allen voran die des pedantischen Stadtschreibers Beckmesser. Der weise Schuster und Dichter Hans Sachs erkennt Walthers Genie und hilft ihm, Inspiration und Handwerk zu versöhnen. Beim großen Sängerfest gewinnt Walther mit seinem „Preislied" Eva und die Anerkennung der Meister, während Sachs auf eigenes Glück verzichtet und zur Wahrung der echten Kunst aufruft.
Kulturelle Bedeutung
Die Meistersinger ist Wagners Hommage an die deutsche Kunsttradition und zugleich eine Reflexion über das Verhältnis von Regel und Genie, Überlieferung und Innovation. Die Figur des Hans Sachs zählt zu den größten Bariton-Partien des Repertoires, das Vorspiel und das „Preislied" sind Konzertklassiker. Zugleich ist das Werk wegen seines Schlussmonologs und seiner Rezeptionsgeschichte Gegenstand kontroverser Debatten und gehört zu den meistdiskutierten Opern überhaupt.
