Über das Werk
Die Maßnahme ist ein Lehrstück von Bertolt Brecht mit Musik von Hanns Eisler, uraufgeführt 1930 in Berlin. Es ist das radikalste von Brechts Lehrstücken und als reines Diskussionstheater ohne Publikumsillusion konzipiert.
Handlung
Vier kommunistische Agitatoren kehren von einer Mission in China zurück und berichten einem „Kontrollchor", dass sie einen jungen Genossen getötet haben. In gespielten Rückblenden rekonstruieren sie die Ereignisse: Der junge Genosse handelte zwar aus Mitgefühl, gefährdete durch seine spontanen, undisziplinierten Aktionen aber wiederholt die gemeinsame Sache. Schließlich willigt er selbst ein, im Interesse der Bewegung getötet zu werden. Der Kontrollchor soll urteilen, ob die „Maßnahme" gerechtfertigt war.
Kulturelle Bedeutung
Die Maßnahme ist Brechts umstrittenstes Werk und wurde wegen seiner scheinbaren Rechtfertigung der Unterordnung des Individuums unter die Parteidisziplin heftig diskutiert. Brecht selbst untersagte zeitweise Aufführungen. Als Modell des reinen Lehrstücks, in dem die Spielenden selbst zu Lernenden werden, ist es ein Schlüsseltext der Theatertheorie des 20. Jahrhunderts und ein bleibhaftiges Dokument der politischen Debatten der Weimarer Zeit.