Die Klavierspielerin
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Die Klavierspielerin

Elfriede Jelinek
Theater · 2004 (UA Bühnenfassung)
PostdramatikFrauentheaterAdaption

Über das Werk

Die Bühnenfassung von Elfriede Jelineks gleichnamigem Roman (1983) wurde 2004 am Schauspiel Stuttgart uraufgeführt. Die Adaption verarbeitet den weltweit bekannten Roman, der 2001 von Michael Haneke mit Isabelle Huppert verfilmt wurde. Jelinek bearbeitet den Stoff für die Bühne in ihrem typischen Sprachstil: Montagen, Wiederholungen, philosophische Einschübe und zitierte Fremdsprache.

Handlung

Erika Kohut, Mitte 30, lebt mit ihrer dominanten Mutter in einer Wiener Wohnung und arbeitet als Klavierlehrerin am Konservatorium. Hinter der bürgerlichen Fassade verbirgt sie sadomasochistische Fantasien, Voyeurismus und eine gestörte Beziehung zu ihrem eigenen Körper. Als der junge Student Walter Klemmer in ihren Unterricht kommt und sich in sie verliebt, bricht etwas in Erika auf. Sie versucht, ihre heimlichsten Wünsche mit ihm zu leben — mit katastrophalen Konsequenzen. Klemmer reagiert mit Gewalt auf ihre schriftlich formulierten Anforderungen, Erika bleibt am Ende allein, verletzt und unverändert gefangen.

Kulturelle Bedeutung

Die Klavierspielerin gehört zu den verstörendsten Texten deutschsprachiger Gegenwartsliteratur und thematisiert weibliche Sexualität, mütterliche Kontrolle und die Sprachlosigkeit des Begehrens in einer Tiefe, die bis dahin kaum erreicht wurde. Die Bühnenfassung verschärft durch die direkte Präsenz des Körpers, was im Roman an inneren Monolog gebunden war. Der Hanekefilm von 2001 erhielt den Grand Prix des Filmfestivals Cannes und machte den Stoff weltberühmt. Erika Kohut zählt zu den komplexesten weiblichen Figuren der deutschsprachigen Dramatik.

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