Die griechische Passion
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Die griechische Passion

Bohuslav Martinů
Oper · 1961

Über das Werk

Die griechische Passion (englischer Originaltitel The Greek Passion, tschechisch Řecké pašije) ist eine Oper in vier Akten von Bohuslav Martinů auf ein eigenes englisches Libretto nach dem Roman „Der wiedergekreuzigte Christus" von Nikos Kazantzakis. Sie ist das letzte große Bühnenwerk des Komponisten. Die Oper existiert in zwei grundlegend verschiedenen Fassungen: Die zweite Fassung wurde am 9. Juni 1961 am Stadttheater Zürich uraufgeführt, die ursprüngliche erste Fassung erst 1999 bei den Bregenzer Festspielen.

Handlung

In dem griechischen Dorf Lykovrissi unter osmanischer Herrschaft, zur Zeit des Griechisch-Türkischen Kriegs Anfang der 1920er Jahre, bereiten die Bewohner zu Ostern ein Passionsspiel vor. Die Rollen werden verteilt: Der sanfte Schafhirt Manolios soll den Christus darstellen, andere Judas, Petrus oder Maria Magdalena. Manolios nimmt seine Aufgabe so ernst, dass er beginnt, wie Christus zu leben. Als eine Gruppe von Flüchtlingen, von den Türken aus ihrer Heimat vertrieben, im Dorf eintrifft und um Hilfe bittet, setzt sich Manolios für sie ein und gewinnt einige Dorfbewohner für ihre Sache. Doch der Priester Grigoris und die wohlhabenden Honoratioren wenden sich gegen ihn. Aus dem Christus-Darsteller wird ein realer Verfolgter: Manolios wird exkommuniziert und schließlich in der Kirche von den eigenen Leuten erschlagen — die Passion wird zur Wirklichkeit.

Kulturelle Bedeutung

Die griechische Passion gilt als Martinůs bedeutendstes und persönlichstes Bühnenwerk. Die ursprüngliche erste Fassung war 1957 vom Royal Opera House Covent Garden und danach von Zürich als zu radikal abgelehnt worden, woraufhin der Komponist sie grundlegend überarbeitete. Die Musik verbindet griechische Volksweisen und byzantinische Kirchengesänge mit Martinůs tschechisch geprägter Tonsprache; die großen Chorsätze zu Beginn und Ende gehören zu den eindrucksvollsten Teilen. Das Werk thematisiert zeitlos aktuelle Fragen von Solidarität, Flucht und Fremdenfeindlichkeit und steht regelmäßig auf den Spielplänen europäischer Opernhäuser.

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