Die Fliegen
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Die Fliegen

Jean-Paul Sartre
Theater · 1943

Über das Werk

Die Fliegen (französisch „Les Mouches") ist ein Theaterstück in drei Akten von Jean-Paul Sartre, uraufgeführt 1943 im besetzten Paris. Sartre verwandelte den antiken Orest-Mythos in eine existenzialistische Parabel über Freiheit und Verantwortung – und in einen verschlüsselten Aufruf zum Widerstand gegen die deutsche Besatzung.

Handlung

Orest kehrt in seine Heimatstadt Argos zurück, die seit dem Mord an König Agamemnon unter einer Wolke von Schuld, Reue und schwärmenden Fliegen leidet – Sinnbilder eines von Gewissensbissen gelähmten Volkes. Der Usurpator Ägisth und Orests Mutter Klytämnestra halten die Bürger mit der Ideologie der Reue klein, unterstützt vom Gott Jupiter. Orest tötet die beiden, weigert sich aber – anders als im Mythos – Reue zu empfinden. Er nimmt seine Tat und seine absolute Freiheit auf sich, befreit die Stadt von den Fliegen und zieht allein, aber selbstbestimmt, davon.

Kulturelle Bedeutung

Die Fliegen ist die dramatische Verkörperung von Sartres Existenzialismus: Der Mensch ist „zur Freiheit verurteilt" und muss die volle Verantwortung für sein Handeln tragen, ohne sich hinter Göttern oder Reue zu verstecken. Im Kontext der Besatzung war das Stück eine kühne Aufforderung, Schuld abzulegen und zu handeln. Es gehört zu den Schlüsselwerken des philosophischen Theaters des 20. Jahrhunderts.

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