Über das Werk
Johann Wolfgang von Goethes einaktiges Singspiel wurde 1782 als Sommerstück im Tiefurter Park bei Weimar uraufgeführt — eine Open-Air-Aufführung am Ufer der Ilm, für die Corona Schröter die Musik komponierte und die Titelrolle sang. Das Werk ist Teil von Goethes Weimarer Ästhetik des gelebten Festspiels und enthält die berühmte Ballade Der Erlkönig, die im Stück von der Titelfigur gesungen wird.
Handlung
Dortchen, eine junge Fischerstochter, ist verärgert über ihren Verlobten Niklas und ihren Vater, die sie beide ständig bevormunden. Um ihnen eine Lektion zu erteilen, inszeniert sie ihre eigene Ertrinkung — legt ihren Schal ans Ufer und versteckt sich im Wald. Niklas und der Vater geraten in verzweifelte Suche und Schuldgefühle. Dortchen kehrt am Ende zurück, und die beiden Männer versprechen, ihre Freiheit künftig zu respektieren. Während der Handlung singt Dortchen die Erlkönig-Ballade.
Kulturelle Bedeutung
Die Fischerin ist heute kaum noch als eigenständiges Stück bekannt, enthält aber einen der meistvertonten Texte der Weltliteratur — den Erlkönig, den Goethe hier erstmals öffentlich präsentierte. Franz Schuberts Vertonung von 1815 wurde sein erstes international berühmtes Werk und zählt zu den Grundpfeilern des deutschen Kunstlieds. Die uraufführenden Corona-Schröter-Aufführungen im Tiefurter Park gelten als frühes Beispiel europäischer Open-Air-Theaterästhetik.
