Über das Werk
Bertolt Brechts und Kurt Weills „Die Dreigroschenoper" wurde 1928 am Berliner Theater am Schiffbauerdamm uraufgeführt. Die Bearbeitung von John Gays „The Beggar's Opera" (1728) wurde zum größten Theatererfolg der Weimarer Republik und prägt bis heute die deutsche Vorstellung vom „Songspiel".
Handlung
London, viktorianische Zeit. Macheath, „Mackie Messer", Anführer einer Verbrecherbande, hat Polly Peachum geheiratet — die Tochter des Bettelkönigs Jonathan Peachum. Peachum, der ein Imperium von Bettlern und Erpressern führt, ist erbost. Er erpresst Polizeichef Tiger Brown, einst Mackies Kriegskamerad und Schutzherr seiner Geschäfte, Mackie zu verhaften. Mackie versteckt sich bei der Hure Jenny im Bordell — wird verraten, gefangen, im Kerker eingesperrt. Lucy Brown, Tochter des Polizeichefs und ebenfalls Mackies „Frau", verhilft ihm zur Flucht. Doch Peachum droht, mit seiner Bettler-Demonstration die Krönungsfeierlichkeiten Königin Victorias zu sprengen, falls Mackie nicht hängt. Mackie wird wieder gefangen. Auf dem Galgen — kurz vor der Hinrichtung — kommt der „reitende Bote der Königin": Mackie wird begnadigt, geadelt, in den Stand erhoben und mit einer lebenslangen Rente versehen. Brechts ironischer Kommentar: „Verfolgt das Unrecht nicht zu sehr."
Kulturelle Bedeutung
Die Dreigroschenoper ist das einflussreichste deutsche Musiktheaterwerk des 20. Jahrhunderts. „Die Moritat von Mackie Messer", „Die Seeräuber-Jenny", „Die Ballade vom angenehmen Leben" sind globale Songbook-Klassiker — Louis Armstrong, Frank Sinatra, Bobby Darin, Ute Lemper, Sting haben sie eingespielt. „Mack the Knife" wurde 1959 von Bobby Darin zur Nummer-1-Hit in den USA. G. W. Pabsts Verfilmung 1931 machte das Werk international populär.
