Über das Werk
Frank Wedekinds Tragödie von 1904 bildet zusammen mit „Erdgeist" den zweiteiligen Lulu-Zyklus. Wegen der drastischen Darstellung weiblicher Sexualität und Gewalt wurde das Stück bei seiner Uraufführung in Nürnberg verboten und erst 1905 halblegal in Wien zur Aufführung gebracht. Alban Berg machte den Stoff 1937 zur Oper „Lulu".
Handlung
Lulu, inzwischen aus dem Gefängnis geflohen, flieht mit dem Grafen Escerny und der Gräfin Geschwitz durch Europa. Von Paris führt sie der Abstieg nach London, wo sie sich als Straßendirne durchschlägt. In einem heruntergekommenen Dachzimmer trifft sie auf Jack the Ripper, der sie und die ihr verfallene Gräfin Geschwitz ermordet. Lulus Tod ist die Konsequenz einer Welt, die ihre erotische Kraft nicht ertragen kann, ohne sie zu vernichten.
Kulturelle Bedeutung
Die Büchse der Pandora gilt als Schlüsselwerk des Expressionismus und als radikaler Bruch mit der Darstellungskonvention weiblicher Figuren. Wedekind schuf mit Lulu eine der bedeutendsten Frauenrollen der deutschen Bühne — eine Projektionsfläche für männliche Sehnsucht und Schuld zugleich. Das Stück inspirierte neben Alban Bergs Oper auch G. W. Pabsts Stummfilmklassiker von 1929 mit Louise Brooks und wird bis heute regelmäßig an deutschsprachigen Bühnen aufgeführt.
