Über das Werk
Johann Wolfgang von Goethes politisches Lustspiel in fünf Aufzügen blieb ein Fragment — nur vier Akte wurden ausgearbeitet, der fünfte existiert als Skizze. Das Werk entstand 1793 parallel zu Der Bürgergeneral und behandelt dieselbe Thematik der Französischen Revolution, aber mit deutlich größerer dramatischer Ambition und sympathischerer Darstellung der Volksbeschwerden.
Handlung
In einem thüringischen Dorf haben die Bauern begonnen, gegen die Gräfin wegen vergessener Rechte und Abgaben zu revoltieren. Die junge Gräfin, gebildet und aufgeklärt, entschließt sich, statt mit Gewalt mit offenem Gespräch und echten Reformen zu reagieren. Ihr kommt der Magister Breme zu Hilfe, der zwischen Adel und Bauern vermittelt. Durch Aufklärung über die alten Verträge und die tatsächlichen Rechte werden die Spannungen geschlichtet. Das Fragment bricht ab, bevor die Versöhnung vollendet ist.
Kulturelle Bedeutung
Die Aufgeregten ist Goethes politisch interessantestes dramatisches Fragment und zeigt einen bemerkenswert reformorientierten Ansatz zur Revolution — die Gräfin-Figur ist explizit als aufgeklärte Herrscherin konzipiert, die legitime Beschwerden ernst nimmt. Thomas Mann nannte das Stück in seinem Goethe-Essay eine von Goethes gerechtesten politischen Äußerungen. Das Werk wurde 2004 vom Deutschen Theater Berlin in einer vervollständigten Fassung aufgeführt.
