Über das Werk
Der Zar lässt sich photographieren ist eine Opera buffa in einem Akt von Kurt Weill, uraufgeführt 1928 in Leipzig. Das Libretto von Georg Kaiser ist eine geistreiche, satirische Verwechslungskomödie und entstand kurz vor Weills Welterfolg „Die Dreigroschenoper".
Handlung
Ein Zar besucht während eines Staatsbesuchs in Paris das mondäne Fotoatelier der Angèle, um ein Porträt anfertigen zu lassen. Eine Gruppe von Verschwörern hat jedoch die echte Fotografin und ihr Personal überwältigt und ersetzt; eine falsche Angèle soll den Zaren mit einer als Kamera getarnten Pistole erschießen. Doch der Zar, charmiert von der vermeintlichen Fotografin, beginnt mit ihr zu flirten und durchkreuzt durch sein unberechenbares Verhalten immer wieder das Attentat. Die Verschwörung scheitert an der Komik der Situation.
Kulturelle Bedeutung
Der Zar lässt sich photographieren zeigt Weill auf dem Weg von der spätromantischen Moderne zu seinem populären, von Jazz beeinflussten Stil. Berühmt ist der „Tango Angèle", der von einem auf der Bühne abgespielten Grammophon erklingt – ein früher Einsatz dieses Effekts. Die Verbindung von feiner Ironie, gesellschaftlicher Satire und tänzerischen Rhythmen macht die kurze Oper zu einem reizvollen Zeugnis der Weimarer Musiktheater-Avantgarde.
