Über das Werk
„Der Untergang der Titanic“ ist ein Versepos von Hans Magnus Enzensberger mit dem Untertitel „Eine Komödie“, erschienen 1978 bei Suhrkamp. Enzensberger begann die Dichtung 1969 auf Kuba; das Manuskript ging auf dem Postweg nach Deutschland verloren, und er schrieb das Werk bis 1977 in Berlin neu. Wilhelm Dieter Siebert machte daraus eine Oper; am Volkstheater Wien ist für den 12. Dezember 2026 eine Bühnenfassung in Regie von Jan Philipp Gloger angesetzt.
Handlung
In 33 Gesängen, nach dem Vorbild von Dantes „Göttlicher Komödie“, kreist das Gedicht um den Untergang des Luxusdampfers im April 1912. Dazwischen geschnitten ist das revolutionäre Havanna der späten sechziger Jahre, in dem der Traum vom besseren Leben im Kommunismus schneller zerfällt als erwartet. Der Zusammenstoß mit dem Eisberg wird so zum Bild für das Zerbrechen von Überzeugungen an der Wirklichkeit.
Kulturelle Bedeutung
Das Werk gilt als Allegorie auf das Scheitern der westlichen Zivilisation und zugleich als bitter ironische Abrechnung mit den revolutionären Utopien der sechziger Jahre. Die Kritik hat es wegen seiner wechselnden Perspektiven, Zeiten und Tonlagen oft mit T. S. Eliots „The Waste Land“ verglichen. 1980 erschien eine englische Ausgabe.
