Über das Werk
Richard Strauss' „Komödie für Musik" in drei Aufzügen mit einem Libretto von Hugo von Hofmannsthal wurde 1911 am Königlichen Opernhaus Dresden uraufgeführt. Angesiedelt im Wien der Kaiserin Maria Theresia um 1740, markiert das Werk Strauss' bewusste Abkehr vom gewaltvollen Modernismus von Salome und Elektra hin zu lyrischer Nostalgie – wobei die Partitur an harmonischer Kühnheit jenen früheren Werken in nichts nachsteht. Die walzerselige Musik ist dabei ein bewusster Anachronismus, den Strauss mit Augenzwinkern einsetzte.
Handlung
Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg, eine schöne Aristokratin in ihren Dreißigern, hat den siebzehnjährigen Octavian zum Geliebten. In diese elegante Affäre platzt ihr Vetter, der grobe Baron Ochs auf Lerchenau, der einen Kavalier sucht, um seiner Braut Sophie die silberne Rose zu überbringen. Octavian, als Rosenkavalier entsandt, verliebt sich auf den ersten Blick in Sophie – und sie sich in ihn. Durch eine Intrigenkomödie mit Verkleidung, fingiertem Stelldichein und gesellschaftlicher Blamage wird Ochs bloßgestellt und gibt seine Ansprüche auf. Im abschließenden Terzett entsagt die Marschallin mit bittersüßer Haltung ihrem jungen Geliebten und erkennt, dass die Zeit unaufhaltsam verrinnt.
Kulturelle Bedeutung
Der Rosenkavalier zählt zu den großen Errungenschaften der Oper des 20. Jahrhunderts und gilt als die gelungenste Zusammenarbeit von Strauss und Hofmannsthal. Das Schlussterzett für Marschallin, Octavian und Sophie wird vielfach als eines der schönsten Ensembles der gesamten Opernliteratur empfunden. Der Monolog der Marschallin über Zeit und Altern im ersten Aufzug ist ein Prüfstein für jeden dramatischen Sopran. Die als Hosenrolle für Mezzosopran angelegte Partie des Octavian verkörpert Strauss' lebenslange Faszination für die weibliche Stimme in allen Lagen.
