Der Reigen
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Der Reigen

Arthur Schnitzler
Theater · 1920 (UA)
DramaNaturalismus

Über das Werk

Reigen ist das seit mehreren Jahrzehnten erfolgreichste Bühnenstück von Arthur Schnitzler, während es zu Lebzeiten des Autors und bis 1981 auf Wunsch des Verfassers nur in wenigen Fällen aufgeführt werden durfte. Es schildert zehn Gespräche zwischen einem Mann und einer Frau vor und nach dem Sexualakt. Schnitzler schrieb die erste Fassung zwischen 23. November 1896 und 24. Februar 1897. Zuerst veröffentlichte er den Text als Privatdruck, den er an Freunde verschenkte. 1903 wurde es im Wiener Verlag von Fritz Freund veröffentlicht und zu einem Bestseller.

Handlung

Zehnmal treffen einzelne Personen auf ein gegengeschlechtliches Gegenüber; sie führen zehn Dialoge und jedes Mal kommt es zum Geschlechtsverkehr, der jedoch nur durch Gedankenstriche angedeutet wird. Als Strukturprinzip verwendet Schnitzler die Tanzform des Reigens, indem eine Figur immer zwei Szenen hintereinander hat, nur in der letzten Szene tritt die Dirne aus der ersten wieder auf. Damit hat jede Figur zwei Sexualpartner. Schnitzler beschreibt aber nur die Situationen vor und nach dem Sexualakt, der Geschlechtsverkehr selbst wird nicht gezeigt. Im Text wird er mit Gedankenstrichen angedeutet, auf der Bühne wird er häufig durch das Senken und Heben des Vorhangs oder durch Verdunkelung der Bühne angezeigt. Nach jeder Szene wird ein Partner ausgetauscht und dabei auch gesellschaftliche Schranken überschritten, von Dirne, Soldat und Stubenmädchen über junger Herr, Ehefrau, Ehemann und süßes Mädel bis zum Dichter, der Schauspielerin und dem Grafen, der am Schluss wieder mit der Dirne zusammentrifft und so den „Reigen“ schließt. Spät abends. An der Augartenbrücke.

Kulturelle Bedeutung

Schnitzlers Freund Richard Beer-Hofmann bezeichnete Reigen als Schnitzlers „erectiefstes“ Werk. Hugo von Hofmannsthal schrieb ihm: „Denn schließlich ist es ja Ihr bestes Buch, Sie Schmutzfink.“ Egon Friedell schrieb 1931 über Arthur Schnitzler: „Er hat bereits zu einer Zeit, wo diese Lehren noch im Werden begriffen waren, die Psychoanalyse dramatisiert. Und er hat in seinen Romanen und Theaterstücken das Wien des Fin de siecle eingefangen und für spätere Geschlechter konserviert: eine ganze Stadt mit ihrer einmaligen Kultur, mit dem von ihr genährten und entwickelten Menschenschlag, wie er sich in einem bestimmten Zeitpunkt der Reife und Überreife auslebte, ist in ihnen klingend und leuchtend geworden. Er hat damit etwas Analoges geleistet wie Nestroy für das Wien des Vormärz.“

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