Der Prozess
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Der Prozess

Franz Kafka
Theater · 1925

Über das Werk

Bühnenfassung von Franz Kafkas Roman „Der Prozess", entstanden zwischen 1914 und 1915 und 1925 postum von Max Brod gegen Kafkas Willen veröffentlicht. Zahlreiche Bühnenbearbeitungen sind entstanden — am prominentesten die Adaption von Steven Berkoff (1971) sowie die Inszenierungen von André Engel.

Handlung

An seinem dreißigsten Geburtstag wird Josef K., ein angesehener Bankprokurist, von zwei Fremden geweckt, die ihn für verhaftet erklären. Über die Anklage oder die zuständige Behörde erfährt er nichts. Er darf weiter leben und arbeiten; der Prozess wird „nebenbei" geführt. K. wird vor ein labyrinthisches Gericht geladen, das in Dachkammern über bürgerlichen Wohnungen tagt. Dirnen und Mitangeklagte erzählen ihm Geschichten. K.s Onkel Karl führt ihn zum Advokaten Huld, der bettlägerig ist und vom Prozess nur in rätselhaften Wendungen spricht. K. sucht den Maler Titorelli auf, der ihm die drei möglichen Ausgänge erläutert: die wirkliche Freisprechung (nie gesehen), die scheinbare Freisprechung (wiederkehrend) und die Verschleppung. Im Dom erzählt ihm ein Geistlicher die Parabel „Vor dem Gesetz" — ein Mann wartet ein Leben lang vergeblich auf Einlass ins Gesetz. An seinem einunddreißigsten Geburtstag holen zwei Männer K. ab, führen ihn in einen Steinbruch und erstechen ihn — „wie ein Hund". Es ist, als sollte die Scham ihn überleben.

Kulturelle Bedeutung

„Der Prozess" ist das zentrale Werk der literarischen Moderne über die Sinnlosigkeit der Bürokratie und die Absurdität der Schuld. Kafkas Albtraum wurde nach 1945 zum Modell für das politische Theater. Bühnenbearbeitungen von Berkoff, Engel, Andreas Kriegenburg und Krystian Lupa gelten als Referenzaufführungen. Die Verfilmung von Orson Welles aus dem Jahr 1962 bildet eine eigene filmische Tradition. Kafkas Schreiben machte „kafkaesk" weltweit zum Synonym für absurd-bürokratische Erfahrung.

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