Über das Werk
Botho Strauß' „Der Park" wurde 1984 in Freiburg uraufgeführt. Angeregt von Shakespeares „Sommernachtstraum" lässt Strauß die Götter Oberon und Titania in einen heutigen Stadtpark herabsteigen, um den entzauberten Menschen Eros und Mythos zurückzugeben — und scheitern an der Banalität der Gegenwart. Das Stück ist eine vielstimmige Collage über den Verlust des Mythischen.
Handlung
Die Elfenherrscher Oberon und Titania verlassen ihr Reich und mischen sich, halb sichtbar, unter die Besucher eines städtischen Parks der Gegenwart. Ihr Vorhaben: den abgekühlten, kalkulierten Beziehungen der modernen Menschen wieder Leidenschaft, Verzauberung und schöpferische Kraft einzuhauchen. Doch die Berührung mit der entzauberten Welt verkehrt sich: Statt die Menschen zu verwandeln, werden die Götter selbst von der Trivialität, der Käuflichkeit und der Lieblosigkeit der Gegenwart angesteckt und herabgezogen. In locker verbundenen Szenen kreuzen sich Liebespaare, Künstler und Außenseiter; Verwandlungen, Begehren und Enttäuschung wechseln. Der mythische Versuch endet in Erschöpfung — der „Park" wird zum Schauplatz einer Gegenwart, die für Magie keinen Raum mehr hat.
Kulturelle Bedeutung
„Der Park" gilt als eines der ambitioniertesten Stücke von Botho Strauß und als bedeutender Beitrag zur deutschsprachigen Dramatik der 1980er-Jahre. Die Überblendung von shakespearescher Mythologie und westdeutscher Gegenwart machte das Werk zu einem vielfach inszenierten und diskutierten Schlüsseltext über Eros, Kunst und Sinnverlust.