Der Menschenfeind
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Der Menschenfeind

Molière
Theater · 1666
KomödieKlassiker

Über das Werk

Der Menschenfeind (französisch „Le Misanthrope") ist eine Charakterkomödie in fünf Akten und Versen von Molière, uraufgeführt 1666 in Paris. Sie gilt als eine der tiefgründigsten und zugleich bittersten Komödien des Autors und stellt die Frage, ob schonungslose Aufrichtigkeit in einer von Heuchelei geprägten Gesellschaft überhaupt möglich ist.

Handlung

Alceste, ein kompromissloser Idealist, verachtet die Verlogenheit und Schmeichelei der höfischen Gesellschaft und besteht darauf, stets nur die ungeschminkte Wahrheit zu sagen. Ausgerechnet er aber liebt die kokette, geistreiche Célimène, die in ihrer Salonwelt voller Klatsch und Galanterie ganz aufgeht. Während Alceste in einen absurden Prozess verstrickt wird und mit seiner Schroffheit überall aneckt, muss er erkennen, dass Célimène mehrere Verehrer zugleich umgarnt. Am Ende zieht sich der enttäuschte Menschenfeind verbittert aus der Gesellschaft zurück.

Kulturelle Bedeutung

Der Menschenfeind ist Molières intellektuellste Komödie, in der das Komische und das Tragische untrennbar verschmelzen: Alceste ist zugleich lächerlich und bewundernswert, seine Wahrheitsliebe ebenso edel wie weltfremd. Das Stück verhandelt zeitlose Fragen nach Ehrlichkeit, sozialer Konvention und der Unmöglichkeit absoluter Integrität. Es gehört zum Kernrepertoire des Welttheaters und hat Denker von Rousseau bis zur Moderne zu kontroversen Deutungen herausgefordert.

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