Über das Werk
Der Hausmeister (englisch „The Caretaker") ist ein Theaterstück in drei Akten von Harold Pinter, uraufgeführt 1960 in London. Es war Pinters erster großer Erfolg und gilt als Schlüsselwerk seines unverwechselbaren Stils, der unheimliche Alltäglichkeit, Pausen und sprachliche Machtspiele zur „comedy of menace" verbindet.
Handlung
Der gutmütige, geistig leicht beeinträchtigte Aston nimmt den heruntergekommenen, gerissenen Landstreicher Davies bei sich auf und bietet ihm an, als „Hausmeister" zu bleiben. In der vollgestopften Londoner Wohnung entspinnt sich ein zähes psychologisches Machtspiel, in das auch Astons selbstbewusster Bruder Mick eingreift. Davies versucht, die ungleichen Brüder gegeneinander auszuspielen, um seine eigene Position zu sichern, überspielt aber seine Hand. Am Ende droht ihm der Rauswurf – die brüchige Gemeinschaft zerfällt an Misstrauen und unerfüllten Versprechen.
Kulturelle Bedeutung
Der Hausmeister etablierte Pinter als eine der wichtigsten Stimmen des modernen Theaters und prägte den Begriff des „Pinteresken": bedrohliche Untertöne unter banaler Oberfläche, beredte Pausen und die ständige Verschiebung von Dominanz und Unterwerfung. Das Stück verweigert eindeutige Deutungen und kreist um Heimatlosigkeit, Identität und die Unmöglichkeit echter Verständigung. Pinter erhielt später den Nobelpreis für Literatur.
