Der Hauptmann von Köpenick
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Der Hauptmann von Köpenick

Carl Zuckmayer
Theater · 1931

Über das Werk

Der Hauptmann von Köpenick. Ein deutsches Märchen in drei Akten ist eine Tragikomödie von Carl Zuckmayer, die am 5. März 1931 am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt wurde — in der Regie von Heinz Hilpert, mit Werner Krauß in der Titelrolle. Das Stück beruht auf der „Köpenickiade" des Schusters Wilhelm Voigt, der sich 1906 als preußischer Hauptmann verkleidet, einen Trupp Soldaten kommandiert, das Rathaus von Cöpenick besetzt und die Stadtkasse beschlagnahmt hatte. Zuckmayer schrieb das Stück in Berliner Mundart; die Nationalsozialisten belegten es 1933 mit einem Aufführungsverbot.

Handlung

Der mittellose Schuster Wilhelm Voigt gerät nach seiner Haftentlassung in einen ausweglosen Kreislauf preußischer Bürokratie: Ohne Pass bekommt er keine Arbeit, ohne Arbeit keinen Pass und keine Aufenthaltsbewilligung. Parallel verfolgt das Stück den Weg einer Hauptmannsuniform, die von Hand zu Hand geht. Nachdem Voigt erneut ausgewiesen wird und sogar ein Einbruch ins Polizeibüro scheitert, kauft er sich in einem Trödelladen die Uniform. In ihr kommandiert er auf der Straße eine Abteilung Soldaten, marschiert nach Köpenick, lässt den Bürgermeister verhaften und beschlagnahmt die Stadtkasse — scheitert aber an seinem eigentlichen Ziel, denn ein Passamt gibt es im Köpenicker Rathaus gar nicht. Voigt stellt sich später selbst und wird, weil seine Geschichte ganz Berlin amüsiert, am Ende mit der Aussicht auf den ersehnten Pass begnadigt.

Kulturelle Bedeutung

Der Hauptmann von Köpenick ist Zuckmayers erfolgreichstes Bühnenstück und eine der schärfsten Satiren auf den preußischen Obrigkeitsstaat, den Militarismus und den unhinterfragten Respekt vor der Uniform. Der Kritiker Alfred Kerr urteilte, im ersten Teil sterbe der Zuschauer vor Lachen, im zweiten merke mancher, dass er noch lebe. Das Werk wurde mehrfach verfilmt — am bekanntesten 1956 mit Heinz Rühmann — und gehört bis heute zum festen Repertoire deutschsprachiger Bühnen. Jan Bosse inszenierte es 2018 am Deutschen Theater, am originalen Uraufführungsort, neu.

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