Der Hässliche
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Der Hässliche

Marius von Mayenburg
Theater · 2007
KomödieGesellschaftssatireZeitgenossen

Über das Werk

Marius von Mayenburgs Komödie wurde 2007 an der Schaubühne am Lehniner Platz unter seiner eigenen Regie uraufgeführt. Das Stück ist eine schwarze Satire über den Schönheitswahn der Gegenwart und verdichtet den Stoff auf vier Schauspieler, die alle Rollen teilen. Der rasante, pointenreiche Text wurde in über vierzig Sprachen übersetzt und ist eines der meistgespielten deutschen Gegenwartsstücke international.

Handlung

Lette ist ein normaler Angestellter, der nach Jahren erfährt, dass er für alle Menschen in seiner Umgebung unerträglich hässlich ist — nur er selbst hat es nie bemerkt. Seine Firma schickt ihn nicht zu Präsentationen, seine Frau liebt ihn nur nachts, sein Chef will ihn loswerden. Lette lässt sich von einem Schönheitschirurgen eine neue Nase, neue Augen, ein neues Gesicht machen. Er wird zum Schönling. Aber das Chaos beginnt erst jetzt: Die alten Kolleginnen lieben den neuen Lette, Frauen werfen sich ihm an den Hals. Dann macht der Chirurg das gleiche Gesicht für andere Kunden — Lette ist plötzlich nur einer von vielen identischen Schönen. Seine Identität löst sich im Schönheitsmarkt auf.

Kulturelle Bedeutung

Der Hässliche wurde zum europäischen Publikumsrenner und in Produktionen vom Royal Court Theatre London bis zum Piccolo Teatro Milano gespielt. Die formale Herausforderung — vier Schauspieler spielen alle Rollen und wechseln Sekunden, ohne Kostümwechsel — macht das Stück zum Fest für Ensemblearbeit. Mayenburg trifft in Zeiten der Instagram-Ästhetik einen Nerv und zeigt die düstere Seite der körperlichen Selbstoptimierung mit komödiantischer Schärfe.

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