Über das Werk
Der Graf von Luxemburg (ungarisch Luxemburg grófja) ist eine Operette in drei Akten von Franz Lehár. Das Libretto stammt von Robert Bodanzky und Alfred Maria Willner. Die oft verbreiteten Angaben, dass auch Leo Stein am Libretto beteiligt gewesen sei und dieses auf Willners und Bernhard Buchbinders Text für Johann Strauss’ Operette Die Göttin der Vernunft von 1897 zurückgehe, basiert auf lange fortgeschriebenen Irrtümern. Die Uraufführung fand am 12. November 1909 am Theater an der Wien in Wien statt, wobei Lehár selbst dirigierte.
Handlung
Die Operette spielt in Paris im Bohème-Milieu in der Gegenwart des Komponisten, der Jahrhundertwende. Fürst Basil Basilowitsch hat sich unsterblich in die Sängerin Angèle Didier verliebt und fördert und beobachtet sie schon lange heimlich. Nun sinnt er verzweifelt auf eine Möglichkeit, sie zu ehelichen, denn es ist ihm verboten, eine bürgerliche Braut zum Altar zu führen. Da kommt ihm der verarmte Lebemann Graf René von Luxemburg gerade recht. Basil schlägt René einen Handel vor: Für eine halbe Million soll der Graf die Sängerin pro forma zu seiner Frau machen und sich nach drei Monaten, währenddessen er in Paris untertauchen solle, von ihr wieder scheiden lassen. Die Frau befände sich dann im Adelsstand, was ihm, Basil, die Heirat selbst ermöglichen würde.
Kulturelle Bedeutung
„Lehar hat diesmal seine Gaben mit vollen Händen gestreut. Und es sind ganz köstliche Gaben: Schmachtende Walzer, schneidige Märsche, mollige Lieder, prickelnde Chansons, kunstvolle Duette und Terzette und schmetternde Chöre. Es ist ein Schwelgen in Melodien und – wie übrigens immer bei Lehar – in den üppigsten Klangfarben. Der Hauptwalzer ‚Bist Du's, lachendes Glück…‘ ist das Entzückendeste, das Lehar je geschrieben. Das ist wieder jene Art unendlich erotischer Musik, die die Nerven packt, die Sinne aufwühlt und das Publikum in förmliche Ekstase versetzt. […] Lehar saß am Dirigentenpult und befeuerte Orchester und Sänger. Das Publikum bereitete seinem Werke eine enthusiastische Aufnahme. Nach allen Akten gab es zahllose Hervorrufe.“ – Rezension der Uraufführung in Die Zeit vom 13. November 1909
