Über das Werk
Der Gott des Gemetzels (Originaltitel Le Dieu du carnage) ist eine Boulevard-Komödie der französischen Autorin Yasmina Reza, die 2006 in Zürich uraufgeführt wurde. Das Stück um zwei Elternpaare, deren zivilisierte Fassade im Streit zerbröckelt, wurde zu einem weltweiten Erfolg und 2011 von Roman Polański unter dem Titel „Carnage" verfilmt.
Handlung
Zwei Pariser Elternpaare treffen sich in einer Wohnung, um zivilisiert einen Vorfall zu klären: Der elfjährige Sohn des einen Paares hat dem Sohn des anderen mit einem Stock zwei Zähne ausgeschlagen. Was als höfliches, betont vernünftiges Gespräch beginnt, kippt im Lauf des Abends in offene Feindseligkeit. Höflichkeitsfloskeln, Espresso und Clafoutis weichen Beleidigungen, Allianzwechseln und Tränen; Alkohol, ein ruiniertes Handy und ein über die Kunstbücher erbrochener Magen beschleunigen den Zerfall. Am Ende stehen sich vier Erwachsene gegenüber, die sich als ebenso roh und egoistisch erweisen wie die streitenden Kinder — der „Gott des Gemetzels" hat über die Zivilisation gesiegt.
Kulturelle Bedeutung
Der Gott des Gemetzels gehört zu den meistgespielten Theaterstücken des frühen 21. Jahrhunderts und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt sowie am Broadway und im Londoner West End mit Starbesetzungen gespielt. Rezas präzise Demontage des gebildeten Bürgertums, das seine aggressive Natur nur notdürftig hinter guten Manieren verbirgt, traf einen Nerv. Polańskis Verfilmung mit Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly machte den Stoff einem Millionenpublikum bekannt.
