Über das Werk
Carl Maria von Webers romantische Oper in drei Aufzügen wurde 1821 am Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin uraufgeführt und gilt als das Gründungswerk der deutschen romantischen Oper. Das Libretto von Friedrich Kind beruht auf einer Volkssage aus dem „Gespensterbuch" von August Apel. Mit dem Werk etablierte sich Weber als unmittelbarer Vorläufer Wagners und schuf eine eigenständige deutsche Alternative zur italienischen Operntradition.
Handlung
Der Jägerbursche Max muss einen Probeschuss vor dem Fürsten bestehen, um die Hand seiner geliebten Agathe und die Försterstelle zu gewinnen. Da ihn plötzlich sein Geschick verlässt, lässt er sich vom finsteren Kaspar überreden, der seine Seele bereits dem Teufel verschrieben hat, um Mitternacht in der unheimlichen Wolfsschlucht Freikugeln zu gießen – sechs treffen ihr Ziel, die siebte aber lenkt der Höllengeist Samiel. Beim entscheidenden Schuss zielt Max auf eine weiße Taube; die Kugel trifft Agathe, die wie tot zu Boden sinkt. Ein Eremit greift ein und enthüllt, dass Agathe durch ihren geweihten Brautkranz gerettet wurde. Kaspar stirbt, da er seine Seele an Samiel verloren hat, und Max erhält eine Bewährungsfrist.
Kulturelle Bedeutung
Der Freischütz markierte einen Wendepunkt der europäischen Operngeschichte und begründete die deutsche romantische Faszination für Volkssage, Naturmystik und dämonische Mächte. Die Wolfsschlucht-Szene ist eine der frühesten und eindringlichsten Beschwörungen des Übernatürlichen in der Musik und setzt Bühnengeräusche, geflüsterte Rezitation und orchestrales Heulen mit beispielloser Wirkung ein. Die Arie „Leise, leise, fromme Weise" und der Jägerchor gehören zu den bekanntesten Melodien des deutschen Repertoires. Richard Wagner nannte Weber ausdrücklich seinen wichtigsten Vorläufer.
