Über das Werk
Der Florentinerhut (italienischer Originaltitel Il cappello di paglia di Firenze) ist eine komische Oper (Opera buffa) in vier Akten von Nino Rota — heute vor allem als Filmkomponist für Fellini und „Der Pate" bekannt. Das Libretto schrieb Rota gemeinsam mit seiner Mutter Ernesta Rinaldi nach der Farce „Un chapeau de paille d'Italie" von Eugène Labiche. Komponiert in den 1940er Jahren, wurde die Oper am 21. April 1955 am Teatro Massimo in Palermo uraufgeführt.
Handlung
Am Morgen seiner Hochzeit reitet der Bräutigam Fadinard durch Paris, als sein Pferd den Strohhut einer jungen Dame frisst. Die Dame, Anaïde, ist mit einem eifersüchtigen Offizier in flagranti unterwegs und kann ohne ihren Hut nicht nach Hause zurückkehren, ohne den Verdacht des Ehemanns zu erregen. Fadinard wird gezwungen, einen identischen Florentinerhut zu beschaffen — und das ausgerechnet, während seine komplette Hochzeitsgesellschaft ihm ahnungslos durch ganz Paris folgt. Eine atemlose Jagd durch vier Akte beginnt, voller Verwechslungen, Missverständnisse und absurder Zufälle, bei der Fadinard verzweifelt versucht, rechtzeitig zu seiner eigenen Hochzeit zu erscheinen, den Schwiegervater bei Laune zu halten und das Malheur zu vertuschen. Am Ende löst sich alles glücklich auf.
Kulturelle Bedeutung
Der Florentinerhut ist Nino Rotas bekannteste und meistgespielte Oper und ein leuchtendes Beispiel für die Lebendigkeit der Opera buffa im 20. Jahrhundert. Mit virtuosen Ensembles, Belcanto-Koloraturen und augenzwinkernden Anspielungen auf Rossini, Donizetti, Mozart und sogar Wagner schuf Rota eine geistsprühende Hommage an die italienische Komödientradition. Berühmt wurde besonders Giorgio Strehlers Inszenierung an der Piccola Scala in Mailand. Die mitreißende Ouvertüre wird häufig als eigenständiges Konzertstück gespielt.
