Über das Werk
Der Eismann kommt (The Iceman Cometh) ist ein monumentales Drama von Eugene O'Neill, 1939 geschrieben und 1946 am Broadway uraufgeführt. Das Stück spielt 1912 in Harry Hopes heruntergekommener New Yorker Hafenkneipe, einem Zufluchtsort für gestrandete Existenzen, die sich an ihren Lebenslügen festhalten.
Handlung
Die Stammgäste von Harry Hopes Absteige — abgehalfterte Anwälte, Ex-Polizisten, Anarchisten, Prostituierte — vegetieren in Alkohol und „pipe dreams", den tröstlichen Illusionen über ein besseres Morgen, das nie kommt. Alle warten auf den charismatischen Handelsreisenden Theodore „Hickey" Hickman, der bei seinen Besuchen sonst Geld und gute Laune mitbringt. Doch diesmal ist Hickey verändert: Er ist nüchtern und hat es sich zur Mission gemacht, jedem seine Selbsttäuschung auszutreiben und ihn zu „Frieden" durch schonungslose Wahrheit zu zwingen. Als die Männer ihre Illusionen verlieren, zerfallen sie. Schließlich enthüllt Hickey selbst seine eigene furchtbare Wahrheit: Er hat seine Frau ermordet — und seine „Befreiung" entpuppt sich als Wahnsinn. Am Ende kehren die Gestrandeten erleichtert zu ihren rettenden Lebenslügen zurück.
Kulturelle Bedeutung
Der Eismann kommt gilt als eines der Meisterwerke des Nobelpreisträgers Eugene O'Neill und als eine der monumentalsten Studien über die existenzielle Notwendigkeit menschlicher Illusionen. Das fast vierstündige Drama stellt die radikale Frage, ob der Mensch die nackte Wahrheit überhaupt ertragen kann. Legendäre Inszenierungen — etwa mit Jason Robards, Kevin Spacey und Denzel Washington — machten das Stück zu einem Prüfstein für große Schauspieler.
