Über das Werk
Der eingebildete Kranke (französisch „Le Malade imaginaire") ist eine Comédie-ballet in drei Akten von Molière, uraufgeführt 1673 in Paris. Es war Molières letztes Werk – er spielte die Titelrolle selbst und brach während der vierten Aufführung zusammen, woran er kurz darauf starb. Das Stück verbindet beißende Satire auf die Ärzteschaft mit Musik und Tanz.
Handlung
Argan, ein wohlhabender Hypochonder, ist besessen von eingebildeten Krankheiten und den Behandlungen geldgieriger Ärzte, die ihn schamlos ausnehmen. Um die kostenlose medizinische Versorgung dauerhaft zu sichern, will er seine Tochter Angélique mit einem tölpelhaften jungen Arzt verheiraten – gegen ihren Willen, denn sie liebt einen anderen. Seine kluge Dienstmagd Toinette und sein Bruder Béralde durchschauen das Spiel und entlarven mit einer List sowohl die Geldgier seiner zweiten Frau als auch die Scharlatanerie der Mediziner. Am Ende lässt sich Argan kurzerhand selbst zum Arzt „ernennen".
Kulturelle Bedeutung
Der eingebildete Kranke ist eine von Molières populärsten Komödien und seine letzte große Abrechnung mit der Quacksalberei der zeitgenössischen Medizin. Die Umstände von Molières Tod auf der Bühne verliehen dem Werk eine fast mythische Aura. Die Verbindung von Gesellschaftssatire, Farce und musikalischen Zwischenspielen macht es zu einem zeitlosen Theatererlebnis, das bis heute weltweit gespielt wird und dessen Spott über Autoritätsgläubigkeit nichts von seiner Schärfe verloren hat.
