Der Bürgergeneral
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Der Bürgergeneral

Johann Wolfgang von Goethe
Theater · 1793

Über das Werk

Johann Wolfgang von Goethes einaktiges Lustspiel wurde im Frühjahr 1793 am Weimarer Hoftheater uraufgeführt und ist Goethes unmittelbarste dramatische Reaktion auf die Französische Revolution. Das Werk entstand in der Fortsetzung der von Goethe eingeführten Revolutionssatiren und verbindet Bauernkomödie mit politischer Parodie.

Handlung

Der arbeitsscheue Dorfbarbier Schnaps hat sich die Kokarde und Uniform eines französischen Bürgergenerals beschafft und stolziert damit durch das Dorf, um Respekt und kostenlose Mahlzeiten einzufordern. Als er den alten Bauer Märten gängelt, dessen Tochter sich mit Jörge verlobt hat, droht eine politische Anzeige wegen revolutionärer Umtriebe — die das ganze Dorf in Bedrängnis bringen würde. Der Gutsherr ordnet die Situation mit Weisheit und Milde und lässt Schnaps ziehen, statt ihn anzuzeigen. Das Stück endet mit einer konservativen Friedensformel.

Kulturelle Bedeutung

Der Bürgergeneral ist Goethes politisch problematischstes Werk und wurde von der deutschen Literaturkritik des 19. und 20. Jahrhunderts überwiegend als reaktionäre Farce abgelehnt. Georg Forster griff das Stück als naive Verharmlosung der Revolution an. Trotz der politischen Kritik bleibt das Werk als Dokument der deutschen Revolutionsrezeption interessant und wird gelegentlich in studentischen Produktionen als historischer Spiegel seiner Epoche gezeigt.

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